Urheberrecht bei WhatsApp: Sind Profilbild, Status und Inhalte geschützt?

by Hannah Volk Juni 14, 2019

Greift bei Nachrichten über WhatsApp das Urheberrecht?

Jeden Tag werden über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp viele Milliarden Nachrichten an Freunde, Familie oder auch Geschäftskontakte versendet. Allerdings macht sich wohl kaum ein Nutzer Gedanken darüber, ob das Versenden von Bildern oder anderen Dateien dabei gegen bestehende Rechte verstößt. Ob Ihnen möglicherweise eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung durch WhatsApp droht, klären wir in diesem Beitrag.

Was schützt das Urheberrecht?

Durch das Urheberrecht genießen Werke der Literatur, Kunst und Wissenschaft sowie deren Schöpfer einen besonderen Schutz. Dieser soll eine unerlaubte Nutzung verhindern und sicherstellen, dass Urheber für die Verwertung durch Dritte eine finanzielle Vergütung erhalten. Gleichzeitig erhalten die Rechteinhaber die Möglichkeit, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen und rechtliche Ansprüche geltend zu machen.

Dabei gelten die Vorschriften grundsätzlich sowohl in der realen als auch in der digitalen Welt, sodass das Urheberrecht auch bei Nachrichten über WhatsApp Anwendung finden kann. Allerdings ist bislang nicht abschließend geklärt, ob das Versenden einer Nachricht juristisch als Veröffentlichung zu bewerten ist.

Anders kann es hingegen aussehen, wenn Nutzer ein urheberrechtlich geschütztes Bild als öffentliches Profilbild verwenden. Denn ist dieses für jeden sichtbar, lässt sich die Verwendung ggf. als Urheberrechtsverletzung abmahnen. Aus diesem Grund raten Experten grundsätzlich davon ab, Comicfiguren, Fotos von Prominenten oder sonstige fremde Bilder als Profilbild zu verwenden.

Wichtig! Die Nutzer von WhatsApp stimmen bei der Verwendung der App den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu. Darin heißt es:

„Unsere Nutzungsbedingungen erlauben es unseren Benutzern nicht, die Rechte am geistigen Eigentum, inklusive des Urheberrechts und Warenzeichens, eines anderen zu verletzen, wenn sie unsere Services verwenden.“

Personen, die mithilfe von WhatsApp gegen das Urheberrecht verstoßen, müssen mit Sanktionen rechnen. Das Unternehmen behält sich in solchen Fällen vor, den Account zu deaktivieren oder diesen zeitweise auszusetzen.  

Wie wahrscheinlich ist eine Abmahnung wegen WhatsApp?

Tatsächlich ist das Risiko, dass ein Unternehmen einen Nutzer von WhatsApp wegen der Verwendung eines urheberrechtlich geschützten Profilbildes abmahnt, verhältnismäßig gering. Denn um eine möglichen Verstoß festzustellen, müssten die verschiedenen Accounts kontrolliert werden. Dies ist wohl ein Zeit- und Arbeitsaufwand, den viele Firmen für eine Abmahnung scheuen werden.

Anders kann es sich hingegen gestalten, wenn sich Personen mithilfe eines WhatsApp-Accounts fälschlicherweise als ein Unternehmen ausgeben. In diesem Fall kann zusätzlich zur Urheberrechtsverletzung auch ein Verstoß gegen das Markenrecht vorliegen. Da ein solcher Fake-Account ein wirtschaftliches Risiko darstellt, ist davon auszugehen, dass Unternehmen dies nicht tolerieren.

Wurde Ihr Urheberrecht mithilfe von WhatsApp verletzt, haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit, diesen Verstoß zu melden und WhatsApp zur Löschung der Inhalte aufzufordern. Allerdings rät das Unternehmen vor einer entsprechenden Meldung dazu, mit dem vermeintlichen Rechtsverletzer Kontakt aufzunehmen. Denn unter Umständen lässt sich das Problem auch ohne die Beteiligung von WhatsApp lösen.

Weitere Informationen zum Urheberrecht im Internet und bei WhatsApp finden Sie auf dem Ratgeberprotal urheberrecht.de.

Quelle: Gastbeitrag von https://www.urheberrecht.de/